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Öffentliche Projekte haben immer einen langen Vorlauf, bis sie Realität werden. Deswegen möchte ich eine neue Seite einführen, die informiert über Projekte im Werden.

Eine Seite für Neugierige.

 


  2 Projekt im Odenwald  

   

ein Platz der Achtung entsteht
- Gemeinschaftsprojekt zu den Kindertransporten jüdischer Kinder –

Über Jahre begegnete ich immer wieder in verschiedenen Variationen dem Thema der Kindertransporte jüdischer Kinder während des dritten Reiches.
Als ich dann in Ruth David eine engagierte inzwischen 80 jährigen Zeitzeugin traf und mich mit ihr anfreundete, verdichtete sich der Gedanke, diesen damals über alle Welt verstreuten entwurzelten Kindern eine Würdigung zukommen zu lassen.
Über die Erinnerung und  Ehrung hinaus interessierte mich die Frage, was ist die Botschaft dieser Kinder an uns heute. Und ich fand für mich die Antwort - diejenigen, die damals soviel Ächtung erfahren haben, gemahnen uns heute zu einem Umgang in Achtung und Wertschätzung.
Von einer Freundin wurde ich auf Rimbach hingewiesen mit seinem vielfältigen und vielschichtigen Engagement zur jüdischen Geschichte.

Inzwischen hat sich eine Projektgruppe gebildet aus Lehrern des Martin Luther Gymnasiums und der Dietrich Bonhoeffer Schule und Mitgliedern der politischen und kirchlichen Gemeinde von Rimbach. Sie erarbeitet zur Zeit einen Plan, wie mit Jugendlichen im Ort "ein Platz der Achtung" geschaffen werden kann, der die Kinder von damals würdigt. Einmal im Jahr soll dieser Platz mit kulturellen Veranstaltungen zum Thema unseres achtungsvollen Umgangs miteinander belebt werden. 
Schon jetzt zeichnet sich ein spannender Werdeprozeß ab.

 

Weschnitz-Blitz Nr. 43 Januar 2012 Seite 8 und 9



 


Der junge Siegfried auf dem Nibelungensteig    

Vor 4 Jahren bin ich als Künstlerin aus Frankfurt/ in den Odenwald gezogen. Seitdem beobachte ich aufmerksam den volkstümlichen und kulturellen Umgang mit der Sage über die Nibelungen in meinem neuen Umfeld.

Als Bildhauerin haben mich natürlich die vielfältigen Skulpturen interessiert, die vielerorts in der Region zu sehen sind. Unvoreingenommen habe ich sie jeweils auf mich wirken lassen und fand in den menschlichen Gestalten vorwiegend den kämpferischen, gewaltbetonten Aspekt der Sage dargestellt.  

Da ich der Ansicht bin, dass es für unser Bewusstsein bedeutsam ist, womit  wir uns umgeben oder –wie in diesem Fall -  umgeben werden, rührte sich bald in mir das Bedürfnis, irgendwann diesen kämpferischen Darstellungen der Nibelungensage als Bildhauerin einen anderen Aspekt an die Seite zu stellen -  einen dem Leben zugewandten.

Durch die Lektüre des Buches „ Brunhilds Lied“ von Diana Paxson bin ich einem mir völlig neuen Siegfried begegnet – einem liebenswert sympathischen Jungen, dem es fern ist, ein Held sein zu wollen. Auch der in Aussicht gestellte Besitz des Nibelungenschatzes kann ihn nicht locken. Stattdessen lebt er im Einklang mit der Natur und fühlt sich darin wohl und zuhause. Er übt sich darin, die Sprache der Tiere zu verstehen und geht darin auf, die natürlichen Zusammenhänge zu entdecken. Später wird er sich der Intrigen und Machtkämpfe  am Hof nicht entziehen können und in all die menschlichen Schwächen verwickelt sein. Doch vorher schenkt er der jungen in Not geratenen Brunhilde seine reine und bedingungslose Zuwendung und Liebe. Da ist er noch  der Junge und junge Erwachsene, dem alles Intrigante und Machtbetonte fremd ist.

Diesen Jungen möchte ich gerne an einem geeigneten Ort des neu angelegten Nibelungensteiges Gestalt werden lassen.
Ich möchte damit dort als Bildhauerin ein Bild erschaffen, das dem Leben dient und zum Leben im Einklang mit der Natur ermutigt.

Die Erschaffung der Skulptur ist ein lebendiger Prozeß vor Ort. Ich nenne meine Arbeitsweise „integrierende Kommunikation“ oder „Kunst, die integriert, was ist“. Das meint, dass ich mich für die Qualität und Eigenart des Ortes, für den dafür ausgewählten Stein, dem gestellten Thema und den Begegnungen und Gesprächen mit den Besucherinnen und Besuchern öffne.
Ich habe keinen vorher gemachten Entwurf, sondern die Skulptur ent-wickelt sich vor den Augen der Öffentlichkeit und mit ihrem Interesse und ihren Eingaben.

 

Die Tatsache, dass das Nibelungenlied in diesem Jahr von der Unesco zum Weltdokumentenerbe ernannt worden ist, gibt dem geplanten Projekt einen zusätzlichen Impuls.